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29.12.2008

Vom 29.12.2008 Bericht aus dem Wiesbadener Kurier

WIESBADEN Kuriosum beim Wispo-Cup-Hallenturnier der ranghöchsten Wiesbadener Fußballklubs: Endspielteilnnehmer Kastel 06 verhalf Biebrich 02 zum Weiterkommen, um im Finale gegen den Verbandsligisten 1:2 zu verlieren. Champion Biebrich kassierte 1000 Euro.  

Harte Arbeit statt Ästhetik

Wispo-Hallen-Cup von Einsatz geprägt / Biebrich 02 holt den Pokal


 

Von

Stephan Neumann

Schwach waren die Nullzweier ins Turnier gestartet und durften froh sein, dass die bereits fürs Halbfinale qualifizierten Kasteler ihr letztes Gruppenspiel gegen den SV Frauenstein nicht herschenkten, sondern ein 4:4 erkämpften. Im Endspiel fehlte dem bis dahin so kompakten Gruppenligisten etwas die Power. Nach Toren von Ephraim Uworuya und Jaouad Kharraz gewann Biebrich. Die Nullsechser durften sich mit 650 Euro trösten. "Platz zwei ist auch ein Erfolg", meinte Torhüter Yves Hertlein. Der Rotschopf mit den Storchenbeinen, der gerade mal 68 Kilo auf die Waage bringt, beeindruckte durch starke Reflexe, war im Gesamten bester Keeper der zu Stoßzeiten von rund 550 Zuschauern beäugten Spiele. Roland Gisinger, Coach des Siegerteams, wollte den Indoor-Triumph nicht überbewertet wissen: "Halle und Feld sind nun mal zwei Paar Schuhe. Generell ging es bei diesem Turnier viel zu robust zur Sache."

Rang drei holte sich überraschend der derzeitige Kreis- Oberliga-Dritte SG Italia/ Rhein-Main. Die Azzurri bemühten sich, die auf Teamwork und Spielkultur zielenden Vorgaben ihres Coaches Mario Kaluscha umzusetzen. Das gelang phasenweise gut. Vom Kombinationsfluss profitierte besonders Alessandro Mello, der sich gemeinsam mit Kharraz die für den besten Schützen ausgelobten 150 Euro teilte. Beide trafen sechs Mal, Mello einmal akrobatisch per Direktabnahme aus spitzem Winkel im kleinen Finale gegen den SVW, das die Italiener nach Achtmeterschießen 10:9 für sich entschieden. So sehr sich Kaluscha über Bronze freute, so sehr vermisste er - wie Kollege Gisinger - spielerische Finessen. Er registrierte stattdessen "zu viel Gebolze und zu viele Grätschen."

In der Tat schienen etliche Akteure ihre Kreativität beim Aussuchen der Weihnachtsgeschenke aufgebraucht zu haben. Augenfällig auch die hohe Anzahl der in Kuranyi-Manier versemmelten Chancen vor den fünf Meter breiten Toren. Überwiegend wurde Fußball gearbeitet, so wie es sich mancher Trainer im zu Ende gehenden Jahr öfter draußen bei den Punktspielen gewünscht hätte. Immerhin stimmte die Spannung. Blieb neben Mellos Zaubertor der Auftritt von Delkenheims Spielertrainer Thorsten Becht haften.






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